Viele von ihnen vermissen ihre Familien, sind weit entfernt, wissen nicht, was zu Hause los ist. Viele von ihnen werden aber von den anderen in ihren Heimatländern beneidet, viele würden es auch gerne so machen wie sie. Mit ihrem Beruf, mit der Sprachbefähigung, der langjährigen Erfahrung, mit ihren hohen Qualifikationen, Referenzen und bisschen Glück haben sie tatsächlich einen großen Vorteil. Wer wird hier angesprochen? Osteuropaische Seniorenbetreuerinnen, u.a. Seniorenbetreuerinnen aus Polen. In immer größeren Zahl kommen diese nach Westeuropa, um dort ihre Arbeit zu leiste. Dabei werden sie von ihren Pfleglingen als Schutzengel bezeichnet, von den einheimischen Pflegediensten werden sie eher als Konkurrenz angesehen. Während Polnische Seniorenbetreuerinnen die hiesigen Pflegedienste gar nicht ablösen, sondern eher diese ergänzen, sehen die einheimischen Pflegedienste die Arbeit von osteuropaischen Pflegekräften eher skeptisch. Weiterhin werden sie als eine Konkurrenz „ im Raum“ betrachtet. Und kein Wunder. Alle notwendigen pflegerischen Arbeiten, die sie bisher gar nicht zu übernehmen brauchten, haben sie diese bisher in der Regel auch übernommen. Das Ganze könnte man noch aus einem anderen Standpunkt her betrachten und nämlich: Wo man sich die Rundumversorgung nicht leisten kann, so hat derartige Langzeitpflege durch polnische Pflegekräfte ihre Berechtigung. Ohnehin kommen diese aus einem Niedriglohnland. In dem Berufsfeld fühlen sie sich hochgeschätzt und aus dem Grund wählen sie diesen Weg, den sie hervorragend und äußerst erfolgreich gehen. Um ihre Träume zu erfüllen oder wie auch immer. Bei der von ihnen geleisteten Hilfe und Pflege sind sie erkennbar nicht mit Gold zu bezahlen. Höchstwahrscheinlich schmerzt dies die hiesigen Pflegedienste.